AKS Anlagenkennzeichnungssystem erklärt: Bedeutung, Abkürzung und der Unterschied zu BKS und BAS
· Dennis Wieczorek

Kurz beantwortet: AKS steht für Anlagenkennzeichnungssystem. In der Gebäudeautomation kennzeichnet das AKS die Anlage, zum Beispiel eine Teilklimaanlage mit Liegenschaft, Gebäude, Automationsschwerpunkt, Gewerk und Anlagennummer. BKS (Betriebsmittelkennzeichnungssystem) reicht bis zum Betriebsmittel, BAS (Benutzeradresssystem) bis zur einzelnen GA-Funktion und enthält das AKS.
Was du in diesem Artikel lernst
- Was AKS bedeutet und wofür die Abkürzung steht
- AKS, BKS und BAS im Vergleich
- Warum das BAS in der Praxis oft AKS heißt
- Ein Beispiel Block für Block
- Welche Kennzeichnungstiefe in welcher Leistungsphase gilt
- Dein Tipp für die nächste Abstimmung mit dem Bauherrn
- Fazit
Was bedeutet AKS in der Gebäudeautomation?
AKS ist die Abkürzung für Anlagenkennzeichnungssystem. Gemeint ist die Systematik, mit der eine Anlage im Gebäude eindeutig benannt wird: Liegenschaft, Gebäude, Automationsschwerpunkt (ASP), Gewerk, Anlagenart und Anlagennummer. Im Beispiel besteht das AKS aus diesen Blöcken, je nach Projekt können Blöcke entfallen oder zusammengefasst werden. Ein Betriebsmittel wie ein Motor oder ein Fühler und eine Funktion wie ein Schaltbefehl kommen erst in den nächsten Ebenen.
Die Begriffe und ihre Anwendung stehen in der VDI 3814, Blatt 4.1 (Kennzeichnung, Adressierung und Listen). Das Kennzeichnungssystem muss dort einheitlich über alle Dokumente und Anlagenteile gelten: Baupläne, Schaltpläne und Beschriftungen vor Ort. Jede Kennzeichnung muss eindeutig sein, also nur einmal im gesamten System vorkommen. Das Blatt verlangt, so kurz wie möglich und so lang wie nötig zu kennzeichnen.
AKS, BKS und BAS im Vergleich
Die drei Abkürzungen beschreiben drei Ebenen derselben Adresse. Jede Ebene baut auf der vorherigen auf.
AKS, Anlagenkennzeichnungssystem
Kennzeichnet die Anlage. Beispiel: K_HG_ASP01_L_TKA01 für Teilklimaanlage 01 im Hauptgebäude.
BKS, Betriebsmittelkennzeichnungssystem
Beschreibt zusätzlich das Betriebsmittel, häufig mit Ortsbezug wie dem Montageort, aber ohne den Funktionsteil. Das ist für andere Gewerke wie Elektro und HLKS wichtig, die den Funktionsblock gar nicht brauchen und uns teilweise zuliefern.
BAS, Benutzeradresssystem
So schreibt es VDI 3814 Blatt 1. Das BAS adressiert jede einzelne GA-Funktion, also bis zum Datenpunkt, und enthält das AKS. Werden die Blöcke mit fester Bedeutung und fester Stellenzahl aufgebaut, entsteht ein maschineninterpretierbarer BAS, den ein Programm Block für Block auswerten kann.
Das BAS enthält das BKS, das BKS enthält das AKS.
Warum das BAS in der Praxis oft AKS heißt
Wer fragt „Wie setzen wir unser AKS in BACnet um?“, meint meistens die komplette Adresse bis zum Datenpunkt. Das ist das BAS. Im Projektalltag hat sich für alles das Wort AKS eingeschliffen, weil es kurz ist und jeder es schon einmal gehört hat.
Die Trennung hat praktische Folgen. Nach VDI 3814 Blatt 2.2 wird die Kennzeichnungstiefe mit den Leistungsphasen gefordert. BACtwin und VDI 3814 sprechen von denselben Ebenen. Wenn alle „AKS“ sagen, aber unterschiedliche Ebenen meinen, entstehen Missverständnisse. In der Ausführung wird dann über Dinge diskutiert, die früh hätten feststehen müssen. Wer BAS und AKS sauber trennt, kann in der Planung genau sagen, bis zu welcher Ebene ein Dokument kennzeichnen muss.
Beispiel: Vom AKS zum BAS Block für Block
Das Beispiel ist angelehnt an die Beispiele 1 und 2 in VDI 3814 Blatt 4.1, hier vereinfacht. Es zeigt den Zuluftventilator einer Lüftungsanlage in einer Klinik:
K_HG_ASP01_L_TKA01_ZUV_M01_SB_01
| Block | Bedeutung | kommt hinzu in |
| K | Klinik (Liegenschaft) | AKS |
| HG | Hauptgebäude | |
| ASP01 | Automationsschwerpunkt 01 | |
| L | Lüftung (Gewerk, Kostengruppe 430 nach DIN 276) | |
| TKA01 | Teilklimaanlage 01 (Anlage) | |
| ZUV | Zuluftventilator (Aggregat) | BKS |
| M01 | Motor 01 (Betriebsmittel) | |
| SB | Schaltbefehl (Funktion) | BAS |
| 01 | Funktionsnummer |
Die ganze Zeile ist das BAS. Das AKS ist nur ihr Anfang bis TKA01. Wer die Anlage meint, braucht fünf Blöcke, wer den Schaltbefehl des Motors adressiert, alle neun. Ein weiteres Beispiel aus demselben Projekt ist K_HG_ASP01_L_TKA01_TZU_B01_MW_01 für den Messwert des Zuluftfühlers. Die ausführliche Erklärung der Blöcke und eine Excel-Vorlage findest du im Leitfaden Benutzerschlüssel (BAS), Anlagen (AKS)- und Betriebsmittelkennzeichen (BKS).
Welche Kennzeichnungstiefe gilt in welcher Leistungsphase?
Nach VDI 3814 Blatt 2.2 wächst die Kennzeichnungstiefe mit den Leistungsphasen:
- LP 1: Klären, ob ein vorhandenes Kennzeichnungs- und Adressierungssystem verwendet wird
- LP 2: anwenden bis zur Anlagenebene (AKS)
- LP 3: anwenden bis zur Betriebsmittelebene (BKS)
- LP 5: anwenden bis zur Funktionsebene (BAS, im Gerät der Object_Name)
Das gilt nach VDI 3814 und genauso im BACtwin. Praktisch heißt das: Das AKS wird ab LP 2 für alle Anlagen gefordert, das BKS ab LP 3 für alle Betriebsmittel. Dafür brauchst du die Zuarbeit der anderen Gewerke, also der Planer für Heizung, Lüftung, Klima und der übrigen TGA. Wer die Anlagen und Betriebsmittel kennt, liefert die Kennzeichen, die GA-Planung übernimmt sie in Schemen und Funktionslisten.
Deshalb lohnt sich die saubere Trennung der Begriffe. Wer in LP 2 ein „AKS“ fordert, bekommt die Anlagenebene. Wer die Adressen bis zum Datenpunkt braucht, muss das BAS ausdrücklich nennen. Mehr zu Aufbau und Inhalt der Richtlinie findest du auf der Seite VDI 3814.
GA-Coach Tipp
Frag in jeder Leistungsphase zuerst nach dem Kennzeichnungssystem.
Gibt es ein bestehendes System beim Auftraggeber, dann wende es an. Gibt es keins, sprich den Auftraggeber an, am besten mit einem Lastenheft. Meine Empfehlung: Ein System gemeinsam mit ihm zu erarbeiten, kannst du als besondere Leistung (BL) anbieten.
Und eine Faustregel zum Prüfen: Wenn du nicht in einer Tabelle zeigen kannst, welche Stelle der Adresse welche Bedeutung hat, hast du kein Kennzeichnungssystem. Dann liegen nur Konventionen vor.
Die Adressen trägst du später in die Funktionsliste ein. Die Vorlage dazu gibt es kostenlos im Download-Bereich. Wie die Adresse im BACtwin des AMEV aufgebaut wird, zeigt die Seite BACtwin.
Fazit
AKS ist das Anlagenkennzeichnungssystem und kennzeichnet die Anlage. BKS ergänzt das Betriebsmittel, BAS adressiert jede einzelne GA-Funktion und enthält beide. Wenn im Projekt von „dem AKS“ die Rede ist, lohnt sich die Rückfrage, bis zu welcher Ebene die Adresse gemeint ist. Mit dieser einen Frage vermeidest du Diskussionen in der Ausführung.
Wenn du die Ebenen an eigenen Beispielen üben willst, findest du in der GA-Coach® App Lernmodule zur VDI 3814 mit Blatt 4.1, Beispielstrukturen für BAS, BKS und AKS und Quizfragen dazu.
Dennis, dein GA-Coach
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Kennzeichnung üben mit der GA-Coach App
Lernmodule zur VDI 3814, Beispielstrukturen für AKS, BKS und BAS, Quiz.
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